{"id":1094,"date":"2015-12-11T19:50:32","date_gmt":"2015-12-11T18:50:32","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost:81\/wordpress\/?p=1094"},"modified":"2017-08-17T19:51:43","modified_gmt":"2017-08-17T17:51:43","slug":"deutsche-tischtennis-gehoerlosenmeisterschaft-der-mannschaften-am-10-10-2015-in-hamburg","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.hgsv04test.de\/?p=1094","title":{"rendered":"Deutsche Tischtennis-Geh\u00f6rlosenmeisterschaft der Mannschaften am 10.10.2015 in Hamburg"},"content":{"rendered":"<p>&#8211; Erz\u00e4hlung aus der Perspektive eines Spielers &#8211;<\/p>\n<p>\u201eHIPP-HIPP-HURRAAA!! HIPP-HIPP-HURRAAAAHHH!!!\u201c<\/p>\n<p>&#8230; johlten Ende Oktober 2015 eine Handvoll Leute in einem Lokal.<br \/>\nZwei Wochen fr\u00fcher, am 10.10.2015:<\/p>\n<p>Gnadenlos riss mich der Lichtwecker fr\u00fchmorgens aus meiner viel zu kurzen Verweildauer im Reich der Tr\u00e4ume, und ich qu\u00e4lte mich mit dem Rad zur Sporthalle in Hamburg-Niendorf. Gemeinsam mit Wladimir Meyer, Christian Gewiese, unserem Spitzenspieler Jan Eric Baron und mir starteten wir f\u00fcr den Hamburger Geh\u00f6rlosen Sportverein bei den deutschen Meisterschaften.<\/p>\n<p>Um 8 Uhr erschien ich, um beim Aufbau der Tische in der heimischen Halle mitzuhelfen. Dabei durfte ich feststellen, dass meine Mannschaftskollegen wesentlich disziplinierter waren und die Tische schon bereit standen. Nach und nach trudelten die gegnerischen Mannschaften aus den anderen St\u00e4dten in die Halle ein, um sich nach einem herzlichen Hallo einzuspielen.<\/p>\n<p>Nach einer Begr\u00fc\u00dfung durch den Deutschen Sportwart Horst-Peter Scheffel, durch\u2026 starteten wir in das mit Tischtennisschiedsrichtern besetzte fantastisch organisierte Turnier.<\/p>\n<p>Die Spiele wurden im modernen Swaythling-Cup System ausgetragen, bei dem zwei Dreier-Mannschaften maximal 3 Einzel, 1 Doppel und dann wieder 3 Einzel austrugen. Gewonnen hat die Mannschaft, welche zuerst 4 Punkte erzielte. Die Meisterschaft wurde in Form von Gruppenspielen ausgetragen, bei dem die jeweiligen Gruppenersten und \u2013zweiten ins Halbfinale kamen.<\/p>\n<p>Das Turnier begann f\u00fcr uns mit einem Paukenschlag: Wir Hamburger erwischten in der Vorrunde die \u201eTodesgruppe\u201c mit den Mitfavoriten Halle sowie Mannheim und dem Au\u00dfenseiter aus Essen. In der anderen Gruppe trugen die Mannschaften aus Berlin, Rottenburg und Braunschweig ihre K\u00e4mpfe um die ersten beiden Gruppenpl\u00e4tze f\u00fcr das Halbfinale aus.<\/p>\n<p>In der Dreiergruppe setzte sich der Mitfavorit aus Berlin klar gegen\u00fcber Rottenburg und Braunschweig durch. Die Austragung der Wettk\u00e4mpfe dauerte lediglich 2-3 Stunden, w\u00e4hrend in unserer Vierergruppe sich die Spiele bis etwa um 16 Uhr hinzogen.<\/p>\n<p>Um f\u00fcr die schweren Spiele in den Rhythmus zu kommen, stellten wir uns bereits in Spiel gegen den klaren Au\u00dfenseiter aus Essen in Bestbesetzung auf. Mit einem nie gef\u00e4hrdeten 4:0-Sieg entschieden wir die Partie f\u00fcr uns. Infolge der Spielst\u00e4rke spielten Jan Eric und ich im Laufe des Turniers s\u00e4mtliche Spiele mit w\u00e4hrend sich Christian und Wladimir abwechselten. Die K\u00e4mpfe im Doppel trugen Jan Eric und ich aus. <\/p>\n<p>Mannheim unterlag im ersten Gruppenspiel gegen Halle 4:3 und stand deswegen gegen uns bereits unter Zugzwang. Obwohl wir leicht favorisiert waren, stand dieses Spiel infolge einer geschickten taktischen Aufstellung der Mannheimer auf Messers Schneide: Jan Eric punktete gegen Mannheimer Spitzenspieler B\u00e4hr sowie gegen Musseleck, w\u00e4hrend ich gegen B\u00e4hr und den zweiten Spitzenspieler Ridinger lediglich an Erfahrung gewinnen durfte. Das Doppel konnten wir nach einer vergebenen 2:0-F\u00fchrung dennoch knapp mit 3:2 f\u00fcr uns entscheiden, w\u00e4hrend Wladimir sein erstes Einzel auch gegen Ridinger verlor. Somit stand es 3:3 vor dem entscheidenden Einzel zwischen Wladimir und Musseleck. Dieses Spiel war anfangs stark von Nervosit\u00e4t gepr\u00e4gt. Beim 1:1 &#8211; Spielstand nahm sich Wladimir eine Auszeit. Wir erinnerten ihn an eins seiner besten Spiele, welches er mal bestritt und er dies nur abzurufen brauchte. Da platzte der Knoten bei ihm, und in Form einer fulminanten Topspin- und Blockserie holte er sich mit einem 3:1-Satzsieg den erl\u00f6senden Siegpunkt f\u00fcr uns.<\/p>\n<p>Das Erreichen des Halbfinales war gesichert. Dennoch strebten wir gegen den Mitfavoriten aus Halle einen Sieg an, um nicht als Gruppenzweiter bereits im Halbfinale gegen den Mitfavoriten aus Berlin antreten zu m\u00fcssen. Wir starteten mit einem 1:1, wobei Jan Eric sich klar gegen\u00fcber Meyer durchsetzte und Christian gegen den Nationalspieler Sch\u00f6lzl die Segel streichen musste, bevor ich gegen den 19-j\u00e4hrigen Spieler K\u00f6nig antrat. Trotz seines jungen Alters zwang er infolge seiner Abgekl\u00e4rtheit und Schnelligkeit mein ganzes spielerisches K\u00f6nnen auf, welches gerade noch dazu ausreichte, um mich im 5. Satz mit 11:9 gegen ihn durch zu setzen. Es stand 2:1 f\u00fcr uns, als Jan Eric und ich im Doppel gegen das junge Paar Sch\u00f6lzl\/K\u00f6nig antrat. Die Chancen standen 50:50, aber Jan Eric fischte die unm\u00f6glichsten B\u00e4lle zur\u00fcck. Zudem gaben seine fulminanten Topspins den Rest, so dass wir dieses vorentscheidende Doppel klar in 3:0-S\u00e4tzen f\u00fcr uns entscheiden konnten. Im drauf folgenden Einzel setzte Jan Eric gegen Sch\u00f6lzl seinen Lauf fort, stie\u00df dabei auf erheblich mehr Widerstand, bevor er sich mit einem 3:2 Satzsieg den gewinnbringenden 4. Punkt f\u00fcr uns holte.<\/p>\n<p>Somit standen wir nach etwa 6-st\u00fcndigem nahezu pausenlosem Spiel als Gruppenerster fest und erwischten im Halbfinale den leichteren Gegner aus Rottenburg. Trotz wundersch\u00f6ner Ballwechsel musste unser Abwehrass Christian sich den sicheren B\u00e4llen von Kn\u00f6ll beugen und gab so den einzigen Punkt ab: Mit einem ungef\u00e4hrdeten 4:1-Sieg erreichten wir das Finale!<\/p>\n<p>Weil das andere Halbfinale l\u00e4nger dauerte, konnten wir um ca. 18 Uhr endlich im Rahmen einer etwa halbst\u00fcndigen Pause etwas Kraft tanken, bevor wir im Endspiel gegen Berlin antraten: Trotz klarem Mannschaftsergebnis in Form eines 4:1-Sieges der Berliner gegen Halle fielen die meisten Spiele knapp aus.<\/p>\n<p>Diese Kraft ben\u00f6tigten wir f\u00fcr das Endspiel. Die ersten beiden Spiele erwiesen sich als eine jeweils klare Angelegenheit: Gegen den dritten Mann aus Berlin lie\u00df Jan Eric nichts anbrennen und entschied dieses Einzel in 3:0 \u2013 S\u00e4tzen f\u00fcr sich, w\u00e4hrend Wladimir gegen den Weltspitzenspieler Mechau klar in 0:3 \u2013 S\u00e4tzen unterlag. Es stand 1:1, bevor ich gegen Moghaddamzadeh antrat. M\u00fchsam bewahrte ich infolge zahlreicher gegnerischer Gl\u00fccksb\u00e4lle meine Fassung und schrammte knapp an einer gelben Karte vorbei. Als mein Gegner im entscheidenden 5. Satz in Form eines weiteren gegnerischen Netzrollers seine 5:2 \u2013 Satzf\u00fchrung in eine 6:2 \u2013 F\u00fchrung ausbaute, nahm ich mir eine Auszeit, um meine Fassungslosigkeit in eine gnadenlose Entschlossenheit umzuwandeln, um danach 10:7 zu f\u00fchren und anschlie\u00dfend mit meinem ersten und einzigen Gl\u00fccksball dieses  Spiel f\u00fcr mich zu entscheiden. 2:1 f\u00fchrten wir, bevor wir gegen das starke Doppel Mechau\/Mogh. antraten. Die Kombination aus Mog unorthodoxem Spiel und Mechaus geballter internationaler Erfahrung brachte das gegnerische Doppel in eine 2:0 \u2013 F\u00fchrung, bevor Jan Eric wieder mal s\u00e4mtliche Register seines K\u00f6nnens zog: Er b\u00fcgelte manchen Lapsus meinerseits aus, gab mir die passenden Anweisungen und f\u00fchrte uns mit Schl\u00e4gen augenscheinlich jenseits der physikalischen Gesetze zu einem 3:2 \u2013 Satzsieg. 3:1 f\u00fcr uns. Ob Jan Eric der 4. Punkt gelang? Er musste seinen Kr\u00e4ften Tribut zollen und unterlag gegen den wie entfesselt aufspielenden Mechau in 0:3 \u2013 S\u00e4tzen. Ein Punkt fehlte uns noch f\u00fcr den Titel, als ich gegen Sommer antrat. Trotz \u2013 wieder mal zahlreicher Gl\u00fccksb\u00e4lle gegen mich \u2013 behielt ich die Nerven und entschied dieses Spiel sicher in 3:0 \u2013 S\u00e4tzen f\u00fcr unsere Mannschaft.<\/p>\n<p>JAWOLL!!!! WIR SIND DEUTSCHER MEISTER 2015!!!<\/p>\n<p>Unser zweiter Titel der Hamburger Geh\u00f6rlosentischtennisvereinsgeschichte! Dementsprechend gro\u00df war unsere Freude. Auch wenn Jan Erich und ich die meisten Spiele bestritten, hatten alle den gleichen Anteil am grandiosen Erfolg: Wladimir holte den zwingend n\u00f6tigen entscheidenden Siegpunkt gegen Mannheim. Christian nahm die undankbare Aufgabe auf sich, wiederholt gegen \u00fcberm\u00e4chtige Gegner antreten zu m\u00fcssen und zeigte vorbildlichen Einsatz nicht nur w\u00e4hrend der Spiele sondern auch au\u00dferhalb, in dem er uns mit Herz und Seele anfeuerte, ermahnte und coachte. Dankend erw\u00e4hnen m\u00f6chte ich auch Stefan W., einem befreundetem Spieler aus meinem h\u00f6renden Verein, der uns w\u00e4hrend des gesamten Turniers begleitete.<\/p>\n<p>Mit strahlenden Augen nahmen wir die Gl\u00fcckw\u00fcnsche und Goldmedaillen von &#8230; und Horst Peter Scheffel entgegen. Nach einem angemessenen Freudentaumel holte mich der Alltag schnell wieder ein: \u201eLos Thomas, komm, Tische abbauen!!! Du hast heute Morgen verpennt!\u201c ermahnte Christian mich.<\/p>\n<p>Den 3. Platz entschied Halle gegen Rottenburg f\u00fcr sich. F\u00fcnfter wurde Mannheim, sechster Braunschweig und der siebte Platz ging nach Essen.<\/p>\n<p>Zu guter Letzt m\u00f6chte ich mich ganz herzlich bei den Ausrichtern und Organisatoren Mathias Falkenrich, Horst-Peter Scheffel und Danny Gunawan bedanken. Unser Dank gilt stellvertretend auch f\u00fcr alle Schiedsrichter, welche die Meisterschafen mit sicherer Hand \u00fcberwachten und ihre Arbeit mit viel \u00dcbersicht, Konzentration und menschlichem Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen ausf\u00fchrten.<\/p>\n<p>Etwa zwei Wochen sp\u00e4ter lud ich infolge des gewonnenen Titels Stefan W. zu einem Bier nach dem Training ein. Wie von Zauberhand fanden sich noch weitere Spieler vom Training im Lokal ein sodass daraus eine Lokalrunde erwuchs. Wir stie\u00dfen an, angesichts der gemeinsam geteilten Freude hallte durch das ganze Lokal:<\/p>\n<p>\u201eHIPP-HIPP-HURRAAA!! HIPP-HIPP-HURRAAAAHHH!!!\u201c <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/localhost:81\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/TT_Sieg2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/localhost:81\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/TT_Sieg2-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-1096\" srcset=\"http:\/\/www.hgsv04test.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/TT_Sieg2-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.hgsv04test.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/TT_Sieg2.jpg 1024w, http:\/\/www.hgsv04test.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/TT_Sieg2-100x75.jpg 100w, http:\/\/www.hgsv04test.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/TT_Sieg2-273x205.jpg 273w, http:\/\/www.hgsv04test.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/TT_Sieg2-700x525.jpg 700w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8211; Erz\u00e4hlung aus der Perspektive eines Spielers &#8211; \u201eHIPP-HIPP-HURRAAA!! 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